Klaus Rohwer
Startseite privat Hobbies... Mundharmonika: Jazzberuflich... Links Kontakt | CD-Besprechungen Hier einige meiner CD-Besprechungen
zum Thema (Jazz-)Mundharmonika. Die Originalartikel sind in der
deutschsprachigen Mundharmonika-Zeitschrift Harmonica Player (HP) und/oder in der Intermusik-Zeitung erschienen.
- Die Grufty Band: Etwas Jazz - Lars-Luis Linek: Anything Can Happen - Sandy Weltman: New World Harmonica Jazz - Power & Kilkelly: Jig Jazz - Jens Bunge: Meet You In Chicago - Pete Pedersen: Some Of These Days & Some Of Those Days - Franco de Gemini: The Man With The Harmonica - Olivier Ker Ourio: Oversea - Jerry Adler: Musical Memories
 | JERRY ADLER Musical Memories
Karthause-Schmülling Music & Media Publishing Company CD 257-1 und -2
Jerry Adler - chrom-hca; div. Ensembles und Orchester, namentlich genannt nur
Nelson Riddle and His Orchestra und David Rose and His Orchestra; Dinah Shore
- voc
CD1: Fiddler on the Roof Medley - Sunrise, Sunset - Begin the Beguine - Tea for
Two - George M. Cohan Medley - Hungarian Rhapsody No. 2 - Star Dust - Jealous -
My Funny Valentine - Fascinating Rhythm - Perfidia - Birth of the Blues -
Slaughter on Tenth Avenue - The Kerry Dancers - Judy Garland Medley - Porgy and
Bess Medley - "The Alamo" - The Green Leaves of Summer - The Little Fugitive -
Nikki from "Not a Word Was Spoken" - Moon River; CD2: Someone to Watch over Me
- Georgia - Swanee - Makin' Whoopie - But not for Me - 'S Wonderful - I Want to
be Happy - Our Love Is here to Stay - Black and Blue - Isn't it a Pity - Let's
Do it - Rhapsody in Blue - Sugar Blues
Jerry Adler - heißt der nicht Larry? Nein, Larry Adler gibt bzw. gab es auch,
aber Jerry ist sein jüngerer Bruder, und der spielt auch Mundharmonika - immer
noch! Oder besser gesagt: wieder, denn die österreichische
Profi-Mundharmonikaspielerin Isabella Krapf hat ihn wieder auf die Bühne geholt
- nachdem sie die Schätze aus seiner Abstellkammer gehoben hatte. Es handelte
sich um einen Haufen ungeschnittener Bänder, die sorgfältig aufbereitet und zu
der vorliegenden Doppel-CD verarbeitet wurden. Die Soundtracks und
Live-Mitschnitte zeigen: Jerry Adler hat es verdient, endlich aus dem Schatten
seines großen, 2001 verstorbenen Bruders herausgeholt zu werden! Er ist ihm,
dem Berühmteren, mindestens ebenbürtig. Aber die Familienähnlichkeit ist
unverkennbar: beide sind wahrhaft Virtuosen auf ihrem Instrument, und beide
sind - für den heutigen Geschmack - arge Effekthascher. Ständig vibriert,
growlt, jault und kreischt die Mundharmonika. Aber beide wurden ja auch von
einer Zeit geprägt, in der die Effekthascherei durch Gruppen wie die Harmonica
Rascals geradezu zum Prinzip erhoben war. Bei den jazzigen Stücken, die auf der
zweiten CD versammelt sind, tut sich Jerry auch als Improvisator hervor, nicht
sehr viel zwar, aber immerhin. Meist ist Jerry der einzige Solist und variiert
das Thema - wenn überhaupt - nur recht wenig. Leider ist nur ein Stück auf der
CD, das als Jazz im heutigen Sinne durchgehen kann, weil es auch Soli der
anderen Bandmitglieder gibt („I Want to Be Happy"). Zu gerne hätte ich gewusst,
wer denn da sonst noch so spielt, aber darüber schweigt sich das ansonsten
recht ausführliche Beiheft aus - vielleicht war es schlicht nicht mehr
herauszufinden. Es ist zu hoffen, dass man in Zukunft noch mehr von Jerry Adler
hört! |
 | OLIVIER KER OURIO Oversea
Dreyfus Jazz FDM46050 369122
Oliver Ker Ourio - hca; Sylvain Luc - g, b, Zeitungspapier, Getränkedose,
Zimmerschlüssel; André Ceccarelli - dr; Diego Imbert - b; Manuel Rocheman - p,
e-p; Jean-Michel Pilc - p; Louis Winsberg - Sitar, g; Didier Lockwood - vn;
André Minvielle - voc, Maultrommel; Glenn Ferris - tb; Danyel Waro - voc,
Kayamb; Laurent Dalleau - Kayamb, Roulèr; Khalid Kouhen - perc
Panier su la tete, ni chanté - Mangé pou le coeur - Alfie - P'tit Case en
Paille - 7 en Septembre - Dimitile - Îlet à Cordes - Santa Cruz - Le Secret des
Longitudes - Petite Fleur Aimée - Maracaibo - Le Roi dans le Bois - Lost Island
- L'île Retrouvée
Der Titel der CD sagt bereits, wo es hingeht. Da sind zum Einen die Bossa Nova
und andere südamerikanische und karibische Rhythmen, die immer wieder
vorkommen. Nordamerika ist insofern vertreten, als sowohl ein amerikanischer
Musiker, der in Frankreich lebt (Glenn Ferris), als auch ein französischer
Musiker, der in den USA lebt (Jean-Michel Pilc), beteiligt sind. Zum Anderen
geht es aber insbesondere auch immer wieder in den Indischen Ozean, nach Réunion, wo Olivier Ker Ourio, der jetzt in Frankreich lebt, aufgewachsen ist. Von
dort hat er sich Danyel Waro und Laurent Dalleau mitgebracht, die beide die
traditionellen Rhythmusinstrumente Kayamb und Roulér spielen. Waro, in seiner Heimat bekannt als rebellischer Liedermacher, trägt
zwei Gesangstitel bei, und zwar in dem kreolischen Französisch, das auf La Réunion gesprochen wird. Die Musik dieser Insel, Maloya genannt, weist sowohl afrikanische und madagassische als auch asiatische
Einflüsse auf und hat auch die musikalische Sprache von Olivier Ker Ourio
geprägt. Daneben hat er seinen Toots gründlich studiert - und weiterentwickelt.
Bei einem seiner Stücke (von mehreren im - teilweise gut getarnten -
Dreivierteltakt) gibt es als Reverenz an Toots sogar Anklänge an dessen Hit
„Bluesette". Genau die Hälfte der Stücke sind von Ker Ourio selbst komponiert
worden, die übrigen stammen von unterschiedlichen, bis auf Burt Bacharach
hierzulande weniger bekannten Komponisten. Die Besetzungen schwanken bei den
verschiedenen Stücken vom Duo bis zum Sextett, was den Sound sehr
abwechlungsreich macht. Als Begleiter hat sich Olivier Ker Ourio hervorragende
Musiker ausgesucht, die zum Teil zur Crème der französischen Jazzszene gehören.
Und er drängt sich nicht in den Vordergrund, lässt ihnen genügend Raum, sich zu
entfalten. Interessante Klangeffekte ergeben sich, wenn sich die Mundharmonika
im Unisono mit anderen Soloinstrumenten mischt, z. B. mit der Geige Didier
Lockwoods oder der Posaune des atemberaubenden Glenn Ferris. Man könnte diese
CD einfach als Weltmusik einsortieren, aber damit würde man es sich zu einfach
machen. Beim ersten Hören bietet sie zwar keine umwerfenden Neuerungen, aber
bei jedem weiteren Anhören wird die subtile Raffinesse der Musik von Olivier
Ker Ourio immer deutlicher. |
 | FRANCO DE GEMINI The Man With The Harmonica
All Score Media 023
Franco De Gemini - chrom-hca, b-hca; Dean Reed - voc; weitere, nicht genannte
Musiker, Chorsänger und Orchester
L'uomo dell'armonica - I'm not your pony - Buckaroo seq. 2 - Whisky tango - I
pendolari - Cinzia - Beat 700 - Ciao dal muretto di Alassio - Romantico
tramonto - Cos' e l'amore - Cheops and Nefertiti - Salutiamo il sole - Sulla
Riviera - Big News - Black Window - L'uomo dell'armonica (versione disco)
Jedermann denkt beim Thema Filmmusik mit Mundharmonika unweigerlich an "Spiel
mir das Lied vom Tod". Viel weniger bekannt ist, dass es Franco De Gemini war,
der die berühmten vier Töne zum Soundtrack eingespielt hat. Dieses Stück bildet
unter seinem italienischen Titel den Anfang und - in einer gemäßigten
Diskoversion - den Abschluss der vorliegenden CD, die laut dem ausführlichen
Beiheft nur einen kleinen Querschnitt durch das Werk des Musikers und
Komponisten De Gemini gibt. Die vorgestellten Stücke stammen aus der Zeit
zwischen 1967 und 1978, und das merkt man auch am häufigen Einsatz von
Hammond-Orgel und Vocoder. Nur ein Teil stammt aus der Feder von De Gemini. Bei
allen Stücken bis auf eines spielt er Mundharmonika, meist chromatische, bei
drei Titeln jedoch Bass-Mundharmonika. Das einzige Stück, bei dem er nicht
Mundharmonika spielt - "Cheops and Nefertiti" - soll angeblich seine (Zitat
Beiheft:) "jazzige Seite beim Komponieren" zeigen, eine Meinung, die ich nicht
so recht teilen kann. "Sulla Riviera" gefällt mir als Jazzfan noch am besten:
eine Bossa Nova, zwar auch mit Background-Chor und Vocoder überladen, aber das
einzige Stück, das weite Strecken ohne sein penetrantes Vibrato auskommt.
Franco de Gemini ist kein Virtuose. Er spielt eher lange Töne, und diese sind
fast immer mit sehr viel (Hand-)Vibrato und Hall versehen. So wirkt seine Musik
denn auch für meinen Geschmack allzu gefällig - kein Wunder, ist sie doch
überwiegend als Produktionsmusik für Film und Werbung gedacht. |
 | PETE PEDERSEN Some Of These Days & Some Of Those Days
Pete Pedersen - hca; René Koopman, Steve Smith, Doyle Neumeyer - p; Tim
Goodwin, Kim Brandt, Earl Thomas - b; Tom Lenardo, Gary Burman - dr; Reni Simon
- voc
Some of These Days - Opus One - Unforgettable - An American In Paris - Cheek To
Cheek/Take 2 - Pete's Waltz/Waltz Of The Flowers - Wind Beneath My Wings -
La Corrida del Toro/Test Piece #2 - Latin Quarter Revisited - Pictures Of A
Woman/Test Piece #1 - Song Of India - It's Beginning To Look A Lot Like
Christmas - For You For Me For Evermore - Cheek To Cheek/Take 1
Um es gleich vorweg zu sagen: ich mag Pete Pedersens Ton nicht. Er ist mir zu
schrill. Pete spielt mir zu obertonreich und zu oft im hohen Register.
Unbestritten ist, dass Pete Pedersen ein großer Virtuose ist. Die CD ist etwas
verwirrend: Das erste Stück nutzt Pete nur als Hintergrundmusik, während er
etwas länglich erzählt, wie er zur Mundharmonika, zur Bekanntschaft mit Jerry
Murad und zu Borrah Minevitch's Harmonica Rascals kam - und wie diese Platte
entstand: erst musste das Keyboard und der Computer erfunden werden, bevor er
sie als One-Man-Band aufnehmen konnte. Aber wieso stehen dann noch Pianisten,
Bassisten, Drummer und eine Sängerin auf der Besetzungsliste in den etwas dünn
geratenen liner notes? Die Lösung ist wohl: einige Stücke - ich konnte
allerdings nur eines zweifelsfrei identifizieren - sind mit menschlichen
Mitspielern aufgenommen, die meisten aber mit MIDI-Keyboard und Computer, wobei
Pete sich teilweise auch selbst auf einer weiteren Mundharmonika begleitet. Für
meine Ohren taugt das allenfalls als Notlösung. Stilistisch gesehen kommen
neben Jazz auch Pop und (verpoppte) Klassik vor. Mein Urteil:
Geschmackssache. |
 | JENS BUNGE Meet You In Chicago
J4E4749
Jens Bunge - hca; Thomas Guenther - p; Michael Arnopol - b; Rusty Jones dr;
special guests: Jackie Allen - voc; Judy Roberts - p, voc; Greg Fishman - ts;
Diane Delin - vln; Joe Pardon - perc.
Morning Song - Emily - Invitation - Skylark - The Loop - The Summer Knows -
Hurry Up! - Virginia - Elsa - What A Difference A Day Made - Meet You In
Chicago - Chan's Song
Über diese Platte kann man eigentlich wenig sagen: sie ist einfach gut. Nichts
aufregend Neues zwar - aber was kann man erwarten von einer Besetzung, die nie
vorher zusammen gespielt hat, ins Studio geht und aufnimmt? Diese schöne Musik
ist mehr als man erwarten kann! Beinahe überflüssig zu erwähnen, dass Jens
Bunge auf der chromatischen Mundharmonika einen sehr schönen Ton hat und mal
wieder sehr virtuos spielt, ohne seinen Mitspielern die Schau zu stehlen,
Mitspieler, die allesamt großartige Musiker sind und das hier auch zeigen
können. Zwar kenne ich Chicago nicht selbst, aber wie in den recht
umfangreichen liner notes beschrieben, nehmen erwartungsgemäß einige Titel
bezug auf die Windy City. Die Mischung ist abwechslungsreich gewählt: Ein paar
Eigenkompositionen von Bunge, eine von Guenther, ansonsten Standards - auch ein
paar nicht so bekannte. Einige Stücke mit Gesang - die lassen mich an Toots
Thielemans und Shirley Horn denken - eins nur im Duo mit dem Bass, eines in der
ungewöhnlichen Kombination von Mundharmonika, Saxophon, Violine und Percussion.
Mein Urteil: empfehlenswert. |
 | POWER & KILKELLY Jig Jazz
KKCD 001
Brendan Power - hca, voc; Frank Kilkelly - git, voc
The Drunken Landlady / The Wind that Shakes the Barley / John Stenson's -
The Tip of the Iceberg / The Tonguetwister - Paddy Clancy's Jig / Moyasta
Junction / The Connachtman's Ramble - Lorraine's Dream - Mary and the
Soldier / Caliope House - Crowley's Reel / The Jolly Beggerman - Hakanoa
Hideaway - Dawn to Dusk - The Chopped Onion Blues - Jig Jazz - Swamp Funk Thing
- My Lagan Love
Für HP-Leser und die Besucher des World Harmonica Festivals 1997 ist Brendan Power längst ein Begriff für irische Volksmusik,
virtuos auf diatonischen und chromatischen Mundharmonikas gespielt, als sei es
das Selbstverständlichste auf der Welt. "Jig Jazz" - heißt das etwa, dass Power jetzt auch jazzt? Wer
das erwartet hatte, wird enttäuscht - aber mit hervorragender,
überwiegend irischer Musik entschädigt. Zwar swingt es manchmal etwas
mehr, als irische Jigs es eh' schon tun, besonders im zweiten und im
zweitletzten Stück, und selbstverständlich improvisiert Power auch
gelegentlich, aber dennnoch will sich bei mir das feeling von Jazz im eigentlichen Sinne nicht einstellen, auch nicht bei der
Titelnummer. Dagegen macht der "Chopped Onion Blues" seinem Namen
alle Ehre - doch der wird hauptsächlich vom Gitarristen getragen. Kilkelly
erweist sich dagegen in "Crowley's Reel / The Jolly Beggerman"
leider als weniger jazzig denn Chris Newman auf der früheren CD "New
Irish Harmonica". Wie auf dieser Platte gibt es wieder zahlreiche Medleys irischer traditionals. Einige sind sogar die gleichen, doch alle sind von den beiden Musikern neu
arrangiert worden, und durch die Duobesetzung erhalten sie eine leicht andere
Note. Insgesamt ist die CD "Jig Jazz" abwechslungsreicher als die
frühere. Etwas schade finde ich, dass die liner notes diesmal nicht so ausführlich ausgefallen sind.
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 | SANDY WELTMAN WITH THE CAROLBETH TRIO New World Harmonica Jazz
Wildstone Audio
Sandy Weltman - hm, bj; Carolbeth True - p; Glen Smith - b; Kevin Gianino - dr;
special guests: Brian Casserly - tp; Dave Black - g
There Will Never Be Another You - West End Blues - Slipped Disc - Waltz for
Elisabeth - Groovin' High - 'Round Midnight - Sidewinder - Dubrovnik
- Triste - Spain - Simple Waltz
Man kennt die Technik des Overbendings von Howard Levy, doch Sandy Weltman
spielt damit nichts Avandgardistisches,
sondern Jazz-Standards - aber wie! Welche Sounds er der diatonischen
Mundharmonika da entlockt, das hat mich überrascht und beeindruckt: im
ersten Stück zum Beispiel meint man eine Geige zu hören, und im
zweiten scheint es eine Posaune mit Dämpfer zu sein, die kräftige
Wah-Wahs produziert. Das passt hervorragend zu diesem Louis-Armstrong-Titel und
beweist, dass man auf diese Weise sogar traditionellen Jazz auf der Harp
spielen kann, ohne dass es abwegig klingt. Ansonsten handelt es sich bei den
Stücken aber keineswegs um Dixieland, sondern um Swing und Modernen Jazz
aller Spielarten wie Bebop, Cool Jazz, Jazzrock, Latin und Weltmusik. Zwei der
Stücke sind Eigenkompositionen von Weltman, eins ist vom Bassisten. Die
Arrangements sind teilweise ziemlich ausgefuchst und erweisen sein hohes
Können. Natürlich steht der Bläser in einem Jazz-Quartett im
Vordergrund, doch Weltman lässt seinen exzellenten Mitmusikern -
hervorzuheben ist insbesondere Carolbeth True am Piano - viel Raum für
eigenen Ausdruck, nimmt sich aber auch gekonnt einige musikalische Freiheiten.
Gesamturteil: Nichts für Avantgarde-Puristen, sondern sehr
abwechslungsreich dargebotener Jazz, der auch jedem anderen Instrumentalisten
alle Ehre machen würde. Es wird deutlich, dass der Harp auch im Jazz keine
Grenzen gesetzt sind.
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 | LARS-LUIS LINEK Anything Can Happen (2 CDs)
Pastels/The International Music Company (Hamburg)/20.1799-PA
Lars-Luis Linek - jazz and blues harmonica, voc, steel drums; Hannes Hoffmann -
dr; Thomas Jahnke - b, e-b; Corinna Ludzuweit - perc; Rainer Donandt - e-g;
Guests: Herb Geller - as, ss; Wolfgang Schlüter - vib; Martin Carbow -
hammond organ, e-p; Claus "Dixi" Diercks - voc, blues harp; Tom Shaka
- voc, g; Abi Wallenstein - slide guitar; Nils Tuxen - pedal steel guitar,
dobro; Holger Wendt - g; Floy - voc; Arno Dähne - chromatic harmonica; Dr.
Jens-Luis Linek - ts, ss; Heidi Minke - as; Los Satélites: Pierre
Giménez - voc, g; Rafa Moya - e-g; Tomi Lopez -dr; Juanjo Sanchez -
keys; Hector Volpe o'Neill - b
CD I: Larry Love Sherry - Toots Bops - Sleepy Samba - Schnuller's Shuffle -
Howard's Ballad - Albufera De Alicante - Pepe's Swing - Downtown
Bluesclub - She's My Queen - Hollow Log Blues - Train, Train, Train -
Röög Di - Alabama - Blues And Booze - Railway Ride - Room To Groove -
Hotcha Blues - Adolfo - Pierre And His Iron Horse - Ballad For My Grandfather -
Mc Coy The Country Boy - Wild Turkey
CD II: Doc Hancock - Miles Smiles - Impressions - Tabarca Island - Minor Incident -
Venga Vamonos - Wayne's Brains - Getting Nervous - Hamburg - Paco El
Curandero - Big City Life - Manolo Y Los Dos Capitanes - Boogie Boom - In The
Evening - Gipsy Queen - Looking For A Woman - Imagination - I Gotta Go
Der Name ist Programm: es kann wirklich alles dabei herauskommen, wenn
Lars-Luis Linek komponiert - alle Stücke auf diesen beiden CDs sind aus
seiner Feder und von ihm arrangiert, (einige unter Beteiligung seiner
Mitmusiker) und natürlich von ihm gespielt bzw. gesungen! Es ist
gewissermaßen ein Demo-Album, was dieser Mann alles drauf hat. Das
beginnt beim Jazz, geht über Blues und Country und wieder Jazz und Reggae
und Boogie bis zum... Blues! Denn da kommt LLL her, und dahin zieht es ihn
immer wieder hin. Er spielt nie die chromatische, auch beim Jazz nicht, sondern
immer die Bluesharp - aber die mit allen bendings und overblows in absoluter Perfektion. Fast überflüssig zu erwähnen, dass die
Scheiben vom ersten Takt an swingen und bis zum letzten grooven. Bei Leuten, die dermaßen vielseitig sind, besteht immer die Gefahr, dass
sie zwar alle möglichen Musiker nachmachen können, aber keinen
eigenen Stil haben. Das trifft auf LLL nicht zu. Ein bei ihm auffällig
häufig eingesetztes Stilmittel sind Tremolos und Tremolandos, was mir
persönlich allerdings nicht so gut gefällt - Geschmackssache. Unter den Mitspielern, die LLL sich gesucht hat, sind zwei ganz große
alte Herren der internationalen Jazzszene: Herb Geller am Saxophon und Wolfgang
Schlüter am Vibraphon, fürwahr ein Genuß! Auch die anderen
Solisten und Formationen, die mitwirken, sind durchweg große Klasse. Die liner notes sind sehr ausführlich und lassen nichts zu wünschen übrig.
Leider war bei der Promo-CD, die ich erhalten habe, bei CD II der rechte Kanal
schlicht nicht vorhanden, so dass ich sie in Mono genießen musste - ich
hoffe, dass das nicht immer so ist!
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 | DIE GRUFTY BAND Etwas Jazz
Eigenverlag
Christopher Varner - tba, tb, p, Couch [sic!]; Ev - voc (Gast); Ebus - harmonica; Helgi - tb; Rolf - p; Butz - ss, voc;
Wolf - bj
Royal Garden Blues - Basin Street Blues - All of Me - Misty - Aida - Bourbon
Street Parade - White Cliffs of Dover - Who's Sorry Now - Muskrat Ramble -
Petite Fleur - Tin Roof Blues - Käsekuchen
"Wir haben wieder zugeschlagen, keine Strapazen gescheut, haben allen
ärzlichen Warnungen getrotzt, haben unser Letztes gegeben...", so
steht es auf der Rückseite der CD, und gleich daneben die Titel, die schon
ahnen lassen, wo es langgeht, in Richtung Traditioneller Jazz nämlich. Die
Ahnung wird zur Gewissheit, wenn man die Hülle öffnet und auf der
Innenseite die Grufty-Band abgebildet sieht: Tuba und Banjo - das kann nur
Dixieland werden! Dass da auch eine Mundharmonika dabei ist - gespielt von
'Ebus' Eberhard Dürr - ist gewissermaßen ein Kuriosum,
wäre da nicht 'Misty' - als harmonica feature im Duo mit dem Piano sehr gut gewählt, handelt es sich doch ausnahmsweise
um eine Cool-Jazz-Ballade. Die Grufty-Band - das sind (fast?) alles ältere Herrschaften, die offenbar
mit viel Spaß bei der Sache sind. Der 'Coach' Christoph Varner
ist wohl - wenn überhaupt - der einzige Profi in der Gruppe, denn manchmal
groovt es doch eher etwas schwerfällig, und bei einigen Soli merkt man,
dass die Musikanten zwar sehr konzentriert, aber ein wenig zaghaft spielen. Das
trifft leider auch auf die Mundharmonika zu: Mehr Mut, Ebus! (Ich weiß,
das sagt sich so leicht... ) Von liner notes kann leider überhaupt nicht die Rede sein, und so lernt man die Musiker
nur mit ihren Vornamen (Spitznamen? Künstlernamen?) kennen; ich hätte
gerne mehr über die Grufties erfahren. Jedenfalls ist diese CD eine
Ermutigung für alle, die mit Jazzmachen anfangen wollen, denn: aller
Anfang ist schwer. Weiter so, Grufties!
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