Klaus Rohwer 

Häufig gestellte Fragen zum Thema Mundharmonika



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Frage:Wie macht das dieser Michael Hirte?
Antwort:Ich selbst habe die Sendung(en) nicht gesehen, aber ich habe da einen Link für alle Interessierten: Crashkurs "Ave Maria" und "Stille Nacht"
Inzwischen gibt es auch ein Buch, nach dem man mit Michael Hirte Mundharmonika lernen kann: GARANTIERT MUNDHARMONIKA LERNEN. Das Buch können Sie bei Amazon beziehen, oder auch bei Harponline, da bekommen Sie auch gleich die passende Mundharmonika. Lesen Sie über dieses Buch auch meine Rezension!

Frage:Ich möchte gerne Mundharmonika spielen lernen, kann aber keine Noten lesen. Können Sie mir Lehrbücher nennen, nach denen man ohne Noten lernen kann?
Antwort:Die meisten Lehrbücher sind für die "normale" Mundharmonika geschrieben, das ist die sogenannte diatonische Mundharmonika mit Tonanordnung nach Richter oder kurz Bluesharp. Diese Bücher enthalten meistens neben Noten auch eine Tabulatur, nach der man auch ohne Notenkenntnisse lernen kann. Die Tabulaturschreibweise bezeichnet einfach den zu benutzenden Kanal und die Luftstromrichtung (Blasen oder Ziehen). Eine -- unvollständige -- Auswahl finden Sie unter meinen Mundharmonika-Links.

Frage:Können Sie mir nicht eine website im Internet nennen, auf der ich die Tabulaturen für bekannte Weihnachtslieder (Volkslieder, Schlager, ...) finde?
Antwort:Weil solche Seiten im Internet häufig recht kurzlebig sind, kann ich Ihnen keine Liste präsentieren, sondern Ihnen nur empfehlen, selbst einmal in einer Suchmaschine (z. B. Google) die Begriffe "Mundharmonika" und "Tabulatur" einzugeben. Zusätzlich sollten sie auch mal die Suche mit "Harmonica" oder "Harp" und "Tabs" versuchen! Sie werden eine Menge websites finden, großenteils allerdings auf Englisch. Wenn Sie dort auf "Silent Night, Holy Night" stoßen, können Sie sich vielleicht denken, wie das wohl auf Deutsch heißt... Zusätzlich ist noch zu sagen, dass es verschiedene Tabulaturschreibweisen gibt, z.B. entweder mit Pfeilen für Blasen und Ziehen oder mit negativen Vorzeichen für Ziehtöne oder mit andersfarbig unterlegten Ziffern.

Frage:Können Sie mir nicht irgendein bestimmtes Lehrbuch besonders empfehlen?
Antwort:Ich selbst unterrichte nicht und bin von daher auch nicht auf dem Laufenden, was es so alles an Lehrmaterialien für Mundharmonika gibt. Eine -- unvollständige -- Auswahl finden Sie unter meinen Mundharmonika-Links. Da ich aber immer wieder gefragt werde, hier diejenigen Werke, die in Mundharmonika-mailgroups wie dem harpchat schon öfter gelobt wurden (Stand Frühjahr 2005) - aber ohne Gewähr, denn ich kenne diese Werke nicht aus eigener Anschauung!

Frage:Ich möchte gerne Mundharmonika spielen lernen, weiß aber nicht, welches Instrument in welcher Tonart ich mir kaufen soll. Wozu würden Sie mir raten?
Antwort:Zu dieser Frage habe ich etwas in meinen Mundharmonikatipps geschrieben, und zwar unter dem Punkt Modellauswahl.

Frage:Ich habe gestern den Mundharmonikaspieler X im Fernsehen gesehen (live/im Radio/auf CD gehört), wie er das Lied Y gespielt hat. Das möchte ich auch können! Können Sie mir sagen, wie ich es möglichst schnell lernen kann?
Antwort:Es gibt drei Wege, das Mundharmonikaspiel zu erlernen:
  1. Üben
  2. Üben
  3. Üben
Es ist ein Irrtum zu glauben, die Mundharmonika könne man schneller beherrschen lernen als jedes andere Musikinstrument. Ein Lehrbuch und/oder Unterricht bzw. ein Kurs in der Volkshochschule kann einem den Einstieg erleichtern, aber das Üben wird dadurch nicht überflüssig. Dabei bringt es mehr, täglich 10 Minuten zu üben als einmal in der Woche zwei Stunden. Es klingt paradox, aber: langsam üben geht schneller! Also üben Sie langsam! Schneller geht es dann später von selbst. Mit "langsam üben" meine ich natürlich nicht 10 Minuten täglich statt einer Stunde täglich (das wäre optimal), sondern dass Sie die Stücke langsam spielen sollten, auch und vor allem schnelle Stücke! Was auch noch hilfreich ist: Hören! Besorgen Sie sich Aufnahmen von Musik in dem Stil, den Sie selbst gerne spielen würden und hören Sie sich die immer wieder an! Auf den Aufnahmen muss nicht einmal eine Mundharmonika dabei sein. Versuchen Sie, mitzuspielen!

Frage:Ich möchte gerne Mundharmonika spielen lernen. Können Sie mir sagen, wer mir im Raum Köln (Bamberg, Rostock,...) Unterricht geben kann?
Antwort:So ganz konkret kann ich das nicht, aber es gibt im Internet die Seite "Mundharmonikalernen", auf der Sie eine Liste deutschsprachiger Mundharmonikalehrer finden. Das sollte Ihnen weiterhelfen. Leider ist diese Liste keineswegs vollständig.
Früher habe ich an dieser Stelle auf die "3D-Harp-Map" verweisen können, die es leider nicht mehr gibt, weil deren Initiator Igor Flach , ein hervorragender Mundharmonikaspieler und sehr liebenswerter und hilfsbereiter Mensch, verstorben ist.

Frage:Ich möchte gerne lernen so zu spielen wie Bob Dylan. Was muss ich tun?
Antwort:Vergiss alles, was Du bisher über das Mundharmonikaspielen gelernt hast und spiele drauflos – anders hat es Bob Dylan auch nicht gemacht. Er ist ein lausiger Mundharmonikaspieler, aber leider gibt ihm der Erfolg recht (und tut der Mundharmonika unrecht). Und um auch diese Frage noch zu beantworten: Bob Dylan pflegte eine Hohner Marine Band in C-Dur zu benutzen.

Frage:Wie spielt man das "Lied vom Tod"?
Antwort: "Das Lied vom Tod" ist gar nicht so einfach zu spielen! Man kann es auf einer diatonischen Richter-Mundharmonika (Bluesharp) versuchen, aber im Original ist es wahrscheinlich auf einer chromatischen Mundharmonika gespielt worden. Auf jeden Fall wurde im Film sehr viel Hall hinzugefügt!

Eine häufig zitierte Tonfolge (siehe jedoch unten) ist e'' - c'' - es'' - e". Das kann man auf einer Bluesharp in F auf folgende Weise erreichen :

Kanal 3 ziehen - Kanal 2 ziehen - Kanal 3 ziehen mit Halbtonbend - Kanal 3 ziehen

Man muss also das Bending beherrschen. Etwas einfacher geht es auf einer Bluesharp in G, weil der Halbtonbend auf Kanal 6 leichter zu treffen ist:

Kanal 6 ziehen - Kanal 5 ziehen - Kanal 6 ziehen mit Halbtonbend - Kanal 6 ziehen

Auf einer chromatischen Mundharmonika kann man es wie folgt spielen:

Kanal 5 mit gedrücktem Schieber ziehen - Kanal 4 (ohne Schieber) ziehen - Kanal 5 (mit halb gedrücktem Schieber) ziehen - Kanal 5 mit gedrücktem Schieber ziehen (Tonfolge: es" - h" - d" - es" bzw. international: eb" - b" - d" - eb")

Gewöhnlich wird behauptet, dies wäre gegenüber der Originaltonart (A-moll) einen Halbton zu tief, und um es im Original zu spielen, müsste man eine Sonderstimmung in C#-Dur benutzen. Nach neueren Informationen ist die Originaltonart im Film aber Bb-moll, die Tonfolge also f'' - c#'' - e'' - f''. Dies spielt man auf einer C-Dur-Chrom folgendermaßen:

Kanal 6 mit gedrücktem Schieber blasen - Kanal 5 mit gedrücktem Schieber blasen - Kanal 6 mit HALB gedrücktem Schieber blasen - Kanal 6 mit ganz gedrücktem Schieber blasen.

Das Wichtigste ist, dass man beim zweitletzten Ton den Schieber halb hineindrückt, so dass zwei um einen Halbtonschritt auseinanderliegende Töne gleichzeitig erklingen. Das ergibt eine kräftige Dissonanz und lässt die Zuhörer schaudern...

(Für Hinweise zu diesem Thema danke ich Steve Baker, Ralph Reiser, Niels Knoop und Dirk Buchbinder aus dem harpchat sowie Otto-Karl Wagner (private Korrespondenz)).

Frage:Ich habe mir eine billige Mundharmonika gekauft (ersteigert, geschenkt bekommen, ...) und nun möchte ich gerne wissen, in welcher Tonart sie gestimmt ist. Drauf steht nichts.
Antwort: Es ist sehr wahrscheinlich, dass sie in C-Dur gestimmt ist. Genau kann man es nur durch Vergleich mit einem Stimmgerät oder mit einem zuverlässig gestimmten, anderen Instrument herausbekommen. Aber billige Mundharmonikas sollte man grundsätzlich nicht kaufen, denn sie sind nicht preiswert! Sie sind meist schlecht verarbeitet, manche Töne sprechen nicht richtig oder gar nicht an, und sie gehen schnell kaputt. Bedenke: eine gute Marken-Mundharmonika kostet immer noch viel weniger als das billigste Noname-Saxophon! Von einem Klavier wollen wir erst gar nicht reden...

Frage:Auf meiner Mundharmonika fehlen einige Töne und andere sind doppelt. Ist das normal?
Antwort:Ja, wenn es sich um eine Mundharmonika handelt, die nach dem sogenannten Richter-System gestimmt ist -- und das sind die meisten -- dann ist das normal. Mehr dazu findest Du in meiner kleinen Mundharmonikakunde.

Frage:Bei meiner Mundharmonika gehen die tiefen / die mittleren / die hohen Töne nicht bzw. nur mit sehr viel Puste. Ist das normal?
Antwort:Nein, das sollte keineswegs so sein! Bei alten, lange nicht gebrauchten Mundharmonikas ist es an der Tagesordnung, aber leider kommt es sogar bei fabrikneuen Mundharmonikas immer noch manchmal vor, dass die sogenannten Lösabstände nicht richtig eingestellt sind. Das sind die Abstände zwischen den Spitzen der Stimmzungen und der Stimmplatte, auf der sie aufgenietet sind. Ist ein Lösabstand zu klein, so kann es vorkommen, dass die Stimmzunge "klemmt" und keinen Ton von sich gibt, oder nur, wenn man sie ganz vorsichtig anspielt. Ist der Lösabstand zu groß, so braucht man sehr viel Luft, um die Stimmzunge in Schwingungen zu versetzen. Die Lösabstände kann man jedoch verhältnismäßig einfach selbst korrigieren; wie, das steht in meinen Mundharmonikatipps unter "Stimmen und Lösen". Bei allzu billigen Modellen kann es jedoch sein, dass auch das Einstellen des Lösabstandes keine Verbesserung bringt, weil die Stimmzungen einfach zu klein für die Stimmzungenschlitze sind und daher zu viel Nebenluft durchlassen.

Frage:In meiner Mundharmonika sind so weiße Plastik-Stimmzungen drin. Ist das normal?
Antwort:Ja, aber das sind keine Stimmzungen, sondern Ventile! Besonders chromatische Mundharmonikas (die mit dem Schieber), aber auch einige wenige diatonische Modelle, enthalten Ventile, um die Luftverluste zu verringern. Das sind keine Ventile wie bei einer Trompete, sondern sie funktionieren eher wie bei einem Fahrradschlauch und verhindern, dass durch den Schlitz der Ziehzunge im selben Kanal Luft austreten kann, wenn man gerade einen Blaston spielt - und umgekehrt. Ventile sind häufig die Ursache dafür, dass alte chromatische Instrumente nicht mehr richtig funktionieren: sie "ploppen" und/oder "schnarren". Dann sind die Ventile entweder verklebt oder hochgebogen und müssen erneuert werden. Wie das geht, habe ich in meinen Mundharmonika-Tipps unter "Wartung und Pflege" beschrieben.

Frage:Was ist eigentlich "Bending" und wie geht das?
Antwort:"Bending" ist eigentlich englisch und bedeutet "beugen" oder "biegen" - das "Herunterbiegen" der Töne nämlich, durch eine spezielle Spieltechnik. Dieses Herunterbiegen braucht man, um bestimmte Halbtöne auf einer diatonischen Mundharmonika (Bluesharp) zu erreichen, die sonst eigentlich gar nicht darauf sind, oder um die typischen blue notes im Blues zu erzeugen. Grob gesagt erzeugt man das Bending durch eine Veränderung des Mund-Rachen-Raumes, etwa so, wie wenn man ein A spricht und dieses in ein U übergehen lässt: Aaaaaauuuuu... Natürlich singt man das nicht, sondern "atmet" es durch die Mundharmonika. Wie es genau geht, ist in den verschiedenen Lehrwerken für Blues-Mundharmonika (siehe unten) mehr oder weniger genau beschrieben. Außerdem muss man es mal gehört haben, damit man es sich vorstellen kann. Dafür sind die Tonträger recht nützlich, die den meisten Lehrbüchern beigefügt sind. Bending funktioniert nur bei bestimmten Tönen: bei den tiefen Ziehtönen (auf der linken Seite der Mundharmonika) und bei den hohen Blastönen (auf der rechten Seite); bei den mittleren Tönen funktioniert es gar nicht. (Warum das so ist, kann man in meiner "Kleinen Mundharmonikaphysik" nachlesen.)

Frage:Ich möchte gerne wissen, welche Mundharmonika die Gruppe X in dem Stück Y benutzt.
Antwort:Diese Frage kann ich auch nicht beantworten. Ich kenne nicht jedes Stück, das jemals auf einer Mundharmonika gespielt wurde. Bitte sehen Sie auch davon ab, mir das Stück als MP3 zuzusenden!
  • Ich bin ganz schlecht im Heraushören, um welche Tonart es sich handelt.
  • Ich bin ganz schlecht im Heraushören, um welche Mundharmonika es sich handelt.
  • Ich habe nur eine relativ langsame Internetverbindung.
  • Um das Nachspielen von Stücken zu verhindern, benutzen manche Produzenten einen Trick: Sie ändern die Geschwindigkeit so, dass die Töne gerade um einen Viertelton verschoben werden. Das kann man nur mit einem absoluten Gehör (das ich nicht habe) oder mit geeigneten technischen Mitteln feststellen - oder eben dadurch, dass keine Mundharmonika dazu passt.
Bitte wenden Sie sich mit Ihrer Frage an den HarpChat, eine e-mail-Gruppe im Internet, an der sich mittlerweile etwa 500 Mundharmonikaspieler aus dem ganzen deutschsprachigen Raum beteiligen (Stand Anfang 2006). Es ist meist jemand dabei, der die Frage beantworten kann.

Frage:Wenn Sie so viel von Mundharmonikas verstehen, dann können Sie sicher sehr gut spielen. Wo kann man Sie denn mal hören?
Antwort: Ich trete nur mit der Gruppe DC JazzLab auf, deren Auftrittstermine finden Sie hier. Aber Sie werden enttäuscht sein: die meisten Leute, die sehr viel von einem bestimmten Instrument verstehen, sind in der Praxis nur mittelmäßige Spieler - und bei mir ist das nicht anders. Es gibt allerdings bewundernswerte Ausnahmen, z. B. Brendan Power und Franz Chmel.

Diese Liste wird bei Gelegenheit erweitert.


Sollte Ihre Frage hier nicht beantwortet werden, so finden Sie vielleicht eine Antwort unter:

Meine Mundharmonika-Tipps
Meine kleine Mundharmonikakunde
Meine kleine Mundharmonikaphysik
Mundharmonika-Links


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