Klaus Rohwer 



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Fehlerrechnung zur Kapazitätsmessung


Wie groß ist die zu erwartende Genauigkeit des Kapazitätsmeßgeräts? Aus den gemessenen Werten der zeitbestimmenden Widerstände und der Ungenauigkeit des verwendeten Digitalmultimeters kann man die resultierende Ungenauigkeit des Pulsdauer-nach-Kapazität-Umrechnungsfaktors bestimmen. Dazu muß man zunächst voraussetzen, daß die am Spannungsteiler eingestellten Schwellenspannungen nicht den Sollwert von 1/3 UB und 2/3 UB , sondern willkürliche Werte haben (Die durch die trotz Kompensation verbleibenden Offsetspannungen der Operationsverstärker werden vernachlässigt).

Da sind zunächst einmal die Meßwerte der drei Teilspannungen am Spannungteiler. Sie seien mit U1, U2 und U3 bezeichnet:

U1 + U2 + U3 = UB.        (8)

Dann gilt mit den Bezeichnungen im Text (Gleichung. 2 und 3):

Ux (t1) = U1,        (9)
Ux (t2) = U1 + U2.        (10)

Mit Gleichung 1 ergibt sich anstelle der Gleichungen 4 und 5:

exp (-t1/RCx) = 1 - U1/UBÞt1/RCx = -ln(1 - U1/UB) = ln(UB/(U2 + U3))(11)

exp (-t2/RCx) = 1 - (U1 + U2)/UBÞt2/RCx = -ln(1 - (U1 + U2)/UB) = ln(UB/U3)(12)

Mit der Impulsdauer Dt = t2 - t1 ergibt sich entsprechend Gl. 6:

Dt/RCx = ln(UB/U3) - ln(UB/(U2 + U3)) = ln((U2 + U3)/U3).        (13)

(Das Ergebnis ist übrigens unabhängig von U1, weshalb wir auf ein Nachmessen dieser Spannung beim Abgleich verzichten können.) Die Größe, die uns interessiert, ist die Abweichung von
Dt/Cx, genannt d(Dt/Cx), in Abhängigkeit von dU2, dU3, und dR. Dazu bilden wir zunächst das vollständige Differential von Dt/Cx,

d(
Dt/Cx) = dR×ln(U2/U3+1) + dU2×R/(U2+U3) + dU3×(-R×U2)/((U2+U3)×U3).        (14)

Für die Fehlerrechnung sind die Terme rechts in Gl. 14 einzeln zum Betrag zu nehmen (worst case), was beim letzten Summanden das Vorzeichen umkehrt. Damit und mit Gl. 13 folgt für die relative Abweichung von
Dt/Cx:

d(Dt/Cx)/(Dt/Cx) = dDt/Dt = dR/R + 1/ln((U2+U3)/U3) × (dU2/(U2+U3) + dU3 × U2/(U3(U2+U3)))        (15)

An dieser Stelle kann man wieder die Sollwerte einsetzen:

U1 = U2 = U3 = 1/3UB =: U.        (16)

Da U1, U2 und U3 mit demselben Meßgerät im selben Meßbereich gemessen werden, gilt:

dU1 = dU2 = dU3 =: dU.        (17)

Damit ergibt sich:

dDt/Dt = dR/R + dU/(U ln2).        (18)

Diese Formel gilt für den worst case; der wahrscheinlichste Fehler ist geringer:

dDt/Dt = ((dR/R)2 + 1/2 × (dU/U)2 × 1/(ln2)2 )1/2. (19)

Beispiele:

3½-stelliges DMM

Für ein solches Meßgerät sind beispielsweise folgende (Un-)Genauigkeiten spezifiziert:

dR/R = 0,5% + 1 Digit (2 MW-Bereich),
dU/U = 0,5% + 1 Digit (2 V-Bereich).

Mit Gl. 18 wird daraus im vorliegenden Fall:

dR/R = 0,005 + 1 kW/1,443 MW = 0,0057
dU/U = 0,005 + 1 mV/ (5/3)V = 0,0056

Daraus folgt für die Genauigkeit des damit abgeglichenen Kapazitätsmeßgeräts:

dDt/Dt = 0,0057 + 0,0056 / 0,69 = 0,014 = 1,4 % (worst case), bzw.
dDt/Dt = 0,81 % (wahrscheinlichster Fehler).


4½-stelliges DMM

Dafür sind beispielsweise folgende (Un-)Genauigkeiten angegeben:

dR/R = 0,15% + 3 Digits (2 MW-Bereich),
dU/U = 0,05% + 3 Digits (2 V-Bereich).

Im vorliegenden Fall wird daraus:

dR/R = 0,0015 + 300 W/1,4427 MW = 0,0017
dU/U = 0,0005 + 300 µV/ (5/3)V = 0,00068

Daraus folgt für die Genauigkeit des damit abgeglichenen Kapazitätsmeßgeräts:

dDt/Dt = 0,0017 + 0,00068 / 0,69 = 0,0027 = 0,27 % (worst case), bzw.
dDt/Dt = 0,18 % (wahrscheinlichster Fehler).

In der Praxis muß man beachten, daß der Frequenzzähler noch einen zusätzlichen Fehler produziert, meist 1 Digit in der letzten angezeigten Stelle.


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